Frühkindliche Reflexe sind die ersten Bewegungsmuster eines Babys. Sie werden durch äußere Reize ausgelöst und laufen automatisch ab. Schon im Mutterleib beginnen sie, die Sinne, Muskeln und das Gleichgewicht zu trainieren. Während der Geburt unterstützen sie den Geburtsvorgang, und nach der Geburt spielen sie eine entscheidende Rolle für die Gehirnentwicklung, die Reifung der Nervenbahnen und die motorische Entwicklung.
Dank dieser Reflexe lernt das Baby sich zu drehen, zu sitzen, zu stehen und zu gehen. Gleichzeitig werden wichtige Fähigkeiten wie Sehen, Hören, Fühlen, Denken, Handeln, Gleichgewicht und Wahrnehmung geschult. Jeder Reflex erfüllt dabei eine bestimmte Aufgabe und sollte sich mit der Zeit zurückbilden, um bewusst gesteuerte Bewegungen zu ermöglichen. Idealerweise sind alle Reflexe bis zum dritten oder vierten Lebensjahr vollständig integriert.
Was passiert, wenn Reflexe aktiv bleiben?
Der Integrationsprozess kann durch verschiedene Faktoren gestört werden, z. B.:
- Komplikationen bei der Geburt (Kaiserschnitt, Saugglocke, Einleitung der Geburt)
- Erkrankungen der Mutter oder des Kindes während der Schwangerschaft
- Emotionaler Stress während der Schwangerschaft
- Entwicklungsschritte, die nicht oder nur unzureichend durchlaufen wurden
Auch spätere Traumata oder starke emotionale Belastungen können dazu führen, dass bereits integrierte Reflexe wieder aktiv werden – nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen.
Wenn Reflexe nicht vollständig verarbeitet sind, beeinflussen sie Lernen, Verhalten und Gesundheit. Mögliche Auswirkungen sind: